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Fortbildung: sexualisierte und interpersonale Gewalt im Sport


Achtung Triggerwahrnung: der folgende Text beschäftigt sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt.


Heute mal ein etwas ernsteres Thema.

Wie einige schon mitbekommen haben, beschäftige ich mich seit einiger Zeit sehr intensiv mit dem Thema sexualisierte/ psychische Gewalt im Sport und durfte am Montag eine qualifizierende Fortbildung besuchen, von der ich hier einige Inhalte teilen möchte:


Laut der Safe Sport-Studie (2016), bei der 1799 Athleten aus 128 Vereinen befragt wurden, waren 37% der Befragten von einer der drei Formen sexualisierter Gewalt (ohne Köperkontakt, sexuelle Grenzverletzung, sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt) betroffen.


Mehr als 62% davon fanden laut der Studie in Vereinen statt.


Leider gibt es deutschlandweit noch keine klaren Regeln und Gesetze, die Betroffene schützen und stärken.


Doch gerade im Sport sind die Grenzen schwer definierbar, wenn es um körperliche Berührung und enge Verhältnisse zwischen den Athleten untereinander oder den Trainiern geht.


Auch das trainierte Mindset des „Ertragens“ der Athleten sowie der Wille für den Erfolg Grenzen zu überschreiten erleichtern im sportlichen Setting sexualisierte Übergriffe enorm.


Oft gehen die Täter taktisch sehr klug vor, erarbeiten sich das Vertrauen der Betroffenen, lassen sie vermeintlich selbstbestimmt agieren, und schreiben ihnen Verantwortung und gefühlte Schuld an stetig größeren Grenzüberschreitungen zu. Daraus resultierend empfinden Betroffene häufig so viel Scham und zweifeln an sich selber, dass sie sich nicht wehren und auch Jahre nach den Vorfällen schweigen.


Kommt es im Verein zu Aussprachen, so stehen die engen Strukturen und persönliche Beziehungen einer rein objektiven Aufklärung nicht selten im Weg.


Um dass zu verhindern, fordert @athleten_de ein unabhängiges Safe Sports Zentrum, an das sich Betroffene wenden können. Bis dieses jedoch (hoffentlich) bewilligt wird, gibt es vom Landessportbund Ansprechpartner, an die du dich wenden kannst.


Es ist an uns achtsam zu sein, um weitere Fälle zu vermeiden.


Persönlich möchte ich als Sportpsychologin präventiv arbeiten und sowohl Trainer, Athleten, Eltern und Vereine schulen, Betroffene stützen und gemeinsam mit meinen Kollegen ein Netzwerk aufbauen um weitere Anlaufstellen zu bieten.


Danke an dieser Stelle an die großartige Arbeit von Bettina Rulofs und Jeannine Ohlert, die gemeinsam mit ihren Kollegen schon seit Jahren helfen und forschen und die stetig bestrebt sind auszubilden, zu helfen und zu connecten! ❤️




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